Sebastian Krimmer im Interview

3. April 2020

Vom Olympia- und WM-Teilnehmer zum Auszubildenden in der Kreissparkasse Waiblingen: Sebastian Krimmer

 

Foto: Johanna Krimmer

Hallo Herr Krimmer, zunächst nochmals herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft mit Ihrer Turn-Mannschaft, der TG Saar! Der Endkampf gegen die KTV Straubenhardt stand ja auf Messers Schneide…

Sebastian Krimmer: Vielen Dank für die Glückwünsche. Es war eine sehr anstrengende Saison, die wir mit dem Vizemeistertitel beenden konnten. Das Finale gegen die KTV Straubenhardt war zu jedem Zeitpunkt auf Augenhöhe. Leider haben wir den DM-Titel im letzten Duell verloren. Wir sind aber trotzdem zufrieden mit der Silbermedaille.

Sie gehörten lange Zeit zum Nationalkader des Deutschen Turner-Bundes. Wie sah Ihr Leben während dieser Zeit aus?

Sebastian Krimmer: Mein Leben war sehr diszipliniert und durchgeplant. Ich hatte 11 Trainingseinheiten pro Woche mit einem Umfang von 28-30 Stunden. Urlaub ist im Leistungssport leider auch sehr schwer unterzubringen. Dazu kamen Trainingslager und Wettkämpfe, die die Heimat sehr oft in weite Ferne rücken ließ. Trotz allem durfte ich sehr viel erleben, neue Länder und Menschen kennenlernen und viele Erfolge feiern.

Ich selber war in der Schule immer froh, wenn im Sportunterricht Turnen ausfiel. Welche sind Ihre Spezialgeräte? Worauf kommt es bei diesen besonders an?

Sebastian Krimmer: Turnen ist nicht für jedermann geeignet (lacht). Man muss eine Leidenschaft dafür haben und viel Zeit investieren um die Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Meine Spezialgeräte waren immer das Pauschenpferd und der Barren. Man benötigt eine sehr hohe Kraftausdauer für diese Geräte.

Welche waren für Sie persönlich Ihre größten sportlichen Erfolge?

Sebastian Krimmer: Mein größter Traum, den ich mir 2012 in London erfüllt habe, war einmal bei den Olympischen Spielen turnen zu dürfen. Unter anderem war die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2010 in Rotterdam einer meiner größten Erfolge.

Mussten Sie auch sportliche Enttäuschungen einstecken?

Sebastian Krimmer: Das gehört leider zum Leistungssport dazu. 2016 verlor ich den Anschluss an die deutsche Spitze. Zu viele Verletzungen haben mich in 2015 verfolgt, die mein Körper nicht mehr zu 100 Prozent regenerieren konnte.

Mit 29 Jahren ist man für einen Turner altersbezogen schon als „Routinier“ einzustufen. Welche Vorstellungen haben Sie mit Blick auf Ihre weitere Turnkarriere?

Sebastian Krimmer: Ich konnte mit meiner internationalen Karriere abschließen. Ich habe mir nun andere Ziele und Aufgaben gesteckt, die nichts mehr mit dem Turnen in der Weltspitze zu tun haben. Ich werde dieses Jahr nun in der 3. Bundesliga für meinen Heimatverein TSG Backnang an die Geräte gehen. Mein Ziel ist es hier, die Jungs bestmöglich zu unterstützen und den ein oder anderen Scorepoint nach Backnang zu holen. Mit dieser Rückkehr möchte ich mich einfach bei der TSG Backnang bedanken, die mit den Grundstein für meinen Erfolg gelegt hat. Ganz aufhören kommt derzeit noch nicht in Frage.

Sie absolvieren seit Herbst 2019 bei der KSK WN eine Ausbildung zum Bankkaufmann mit Zusatzqualifikation Finanzassistent. Was reizt Sie an diesem Beruf? Wie sind Sie auf die Kreissparkasse Waiblingen aufmerksam geworden?

Sebastian Krimmer: Ich wollte etwas außerhalb des Sports machen. Meine Frau hat mich auf die Idee gebracht, eine Ausbildung in einer Bank zu beginnen. Da ich langjähriger Sparkassenkunde bin, dort  immer gut beraten wurde und sie einen sehr guten Ruf für ihre Ausbildung hat, war die Kreissparkasse Waiblingen mein Wunschunternehmen.

Wie haben Sie Ihren Übergang vom Turn-Profi zum „Sparkassen-Azubi“ erlebt? 

Sebastian Krimmer: Es fiel mir leichter wie gedacht. Ich wurde sehr gut in den Filialen aufgenommen. Man wird von Anfang an eingespannt und entwickelt sich weiter. Die Berufsschule fiel mir zu Beginn ein wenig schwerer, denn das Lernen musste ich erst wieder „lernen“.

Was charakterisiert aus Ihrer Sicht die Ausbildung in der Kreissparkasse Waiblingen?

Foto: Johanna Krimmer

Sebastian Krimmer: Die Azubis bekommen kompetente Mitarbeiter an die Hand, die einen fördern und fordern. Nicht nur die Arbeit steht im Vordergrund sondern auch Spaß und ein gutes Arbeitsklima. Die Ausbildung ist an die Zeit angepasst. Immer mehr wird digital bearbeitet. Die Sparkasse bildet uns Azubis für die neue Arbeitswelt kompetent aus.

Welche Eigenschaften und Qualitäten benötigt ein Turner, die auch ein Auszubildender bzw. künftiger Kundenberater mitbringen sollte? 

Sebastian Krimmer: Man muss zielstrebig und immer gut vorbereitet sein und den Willen haben, jeden Tag das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Sie sind Vater eines kleinen Kindes. Wie gelingt es Ihnen, Ausbildung, Familie und Turnen unter einen Hut zu bringen?

Sebastian Krimmer: Man kann natürlich nicht in den Tag hineinleben. Wir müssen unsere Woche gut durchplanen damit genug Zeit für alles gegeben ist.

Was wünschen Sie sich für Ihre weitere Ausbildungszeit?

Sebastian Krimmer: Weiterhin Vertrauen in mich, weitere Einblicke in neue Abteilungen. Auch neue Aufgaben und Herausforderungen, denen ich mich stellen kann.

Herr Krimmer, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

(Die Fragen stellte Peter Braun, Gruppenleiter Ausbildung)

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