Gerade jetzt: „Gästen wie Freunden begegnen“

5. November 2020

Rauschenberger Eventcatering

Hinweis: Das Interview wurde vor dem zweiten Lockdown am 2. November 2020 geführt.

Alles beginnt im Jahr 1982, als Jörg Rauschenberger sein erstes Restaurant in Winnenden eröffnet. Von Beginn an war hier die Kreissparkasse Waiblingen als verlässlicher Partner mit dabei. Im Laufe der Zeit entwickelt sich ein führendes Unternehmen im Segment der Fine-Dining Gastronomie und der Eventcateringbranche – mit rund 400 Mitarbeitenden. Der räumliche Fokus der Restaurants ist Stuttgart. Mit dem Bereich Eventcatering hingegen wird der gesamte nationale Markt als auch angrenzende europäische Länder angesprochen. Trotz Corona glaubt der Chef an eine gute Zukunft – unter anderem, weil Rauschenberger breit aufgestellt ist.

Rauschenberger richtet anspruchsvolle Veranstaltungen mit 100 Gästen ebenso aus wie komplexe Firmenevents in jeder Größenordnung und zu jedem Anlass, wie beispielsweise Betriebs- und Weihnachtsfeiern. Dazu gehören aber auch Großveranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern. Sitz der Gastronomiegruppe ist Fellbach, der Arbeitsschwerpunkt liegt im Großraum Stuttgart.

In Stuttgart betreibt die Rauschenberger Gastronomiegruppe das Restaurant PIER 51, das CUBE im Kunstmuseum am Schlossplatz und das mit einem Stern des Guide Michelin ausgezeichnete GOLDBERG in Fellbach.
Rauschenberger-Restaurants stehen für ideenreiche, handwerklich perfekte Kochkunst im Segment „Fine Dining“, die Küche des Eventcatering hat dieselben Wurzeln. Die Bandbreite des Schaffens ist enorm: von Gourmet bis Bodenständig deckt die Catering-Küche das gesamte Spektrum ab. Bei aller Vielfalt gibt es jedoch grundlegende Gemeinsamkeiten. Es ist die Liebe zum Beruf, die die Köche verbindet, die sorgfältige Auswahl der
Lebensmittel sowie das Bestreben, Rezepte zu perfektionieren, neu zu interpretieren und kreativ zu präsentieren.

Die Vision von Rauschenberger ist es, ein führender Gastronomiedienstleister zu sein. „Führend“ bezieht sich nicht auf die Größe, sondern vielmehr auf die Qualität der gastronomischen Dienstleistung. Dabei kommt auch der Perfektion der internen Abläufe eine wesentliche Bedeutung zu. Ein entscheidender Erfolgsfaktor stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rauschenberger Gastronomiegruppe dar. Diese sind Garant einer herausragenden Servicequalität, die beides bietet: hohe Professionalität und wahre Herzlichkeit.

Fragen an den Chef
Jörg Rauschenberger, Erfolgsgastronom und Unternehmer aus Leidenschaft, ist Absolvent der renommierten Hotelfachschule „École Hôtelière de Lausanne“. Seinen Karriereweg startete er vor über 35 Jahren und machte sich mit außergewöhnlichen Gastronomiekonzepten einen Namen weit über unsere Region hinaus. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Gewinn des Deutschen Gastronomiepreises sowie die mehrfache Auszeichnung als Top 100 Arbeitgeber im Mittelstand.

Die Corona-Pandemie hat ja das Gastronomie-Gewerbe besonders hart getroffen. Wie sind Sie bisher durch die Krise gekommen? Und wie haben Kunden und Partner in den vergangenen Wochen und Monaten reagiert?
Die Krise hat uns mit voller Wucht getroffen, insbesondere das Eventcatering ist noch meilenweit von der Normalität entfernt. Extreme Sparbemühungen und staatliche Hilfen haben unsere Liquidität sichergestellt, verständnisvolle Lieferanten und Vermieter haben ihren Teil dazu beigetragen. Auch die Sparkasse spielt eine große Rolle – durch die unkomplizierte Bereitstellung von Krediten, die wir für den Moment aber noch nicht in Anspruch nehmen müssen. All diese Maßnahmen haben uns die Sicherheit gegeben, in dieser Krise nach vorne zu arbeiten. Zum Beispiel konnten wir ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt abschließen, welches uns zukünftig in dieser Hinsicht an die Spitze der Branche stellen wird. Auch auf Kundenseite war großer Rückhalt zu spüren, erkennbar durch die partnerschaftliche Stornierungsabwicklung der vielen großen Catering-Aufträge, die für das Jahr 2020 schon fest gebucht waren. Die Kunden der Restaurants zeigten ihrerseits Verständnis und Unterstützung, indem sie nach der Lockerung des Shutdowns rasch wieder in unsere Restaurants zurückgekommen sind.

Unter welchen Voraussetzungen können Sie derzeit arbeiten, welche Leistungen und Events können Sie Ihren Kunden anbieten?
Hier gibt es ein geteiltes Bild: In den Restaurants herrscht abends schon fast wieder Normalität, natürlich unter Beachtung der neuen Hygienestandards. Alle unsere Restaurants bieten den Gästen ausreichend Platz. Auch die Raumhöhen und die guten Lüftungsanlagen geben ein Gefühl der Sicherheit. Hier sind wir im Vergleich zu kleineren Restaurants deutlich im Vorteil. Mittags jedoch haben wir mangels Nachfrage derzeit geschlossen. Im Cateringbereich sind es vor allem private Feiern, wie Hochzeiten, die wir seit einiger Zeit wieder ausrichten können. Wir tun dies mit allen Sicherheitsvorkehrungen und ohne jegliche Zwischenfälle. Das Volumen ist aber mit Vor-Coronazeiten nicht zu vergleichen. Businesscatering hingegen ist nach wie vor „tot“.


Seit Anbeginn wollen Sie „Gästen wie Freunden begegnen“. Können Sie diesem Anspruch derzeit gerecht werden?
Uneingeschränkt: ja! Gerade jetzt können wir mit unserer ausgeprägten Dienstleistungsbereitschaft und Freundlichkeit zeigen, dass wir für unsere Kunden und Gäste alles für einen Wohlfühl-Aufenthalt tun. Wir bekommen viel Lob dafür.


Wenn die Pandemie endlich vorbei ist – um welche Themen wollen Sie sich künftig verstärkt kümmern, wo wollen Sie sich weiterentwickeln?
Innerhalb der Firma werden wir die Gewichte etwas mehr Richtung Restaurants verschieben, das ist ein Learning aus der aktuellen Krise. So eröffnen wir zum Beispiel schon Ende dieses Jahres ein großes Restaurant in München – ein ganz spannendes Projekt. Aber auch der Cateringbereich wird Veränderungen erfahren. Wir setzen die Bemühungen fort, die Abhängigkeit vom regionalen Automobilcluster zu verringern. Die Umwälzungen in dieser Branche werden uns zukünftig unmittelbar betreffen. Um den nationalen Markt noch besser bedienen zu können, werden wir daher mit einem strategischen Partner weitereNiederlassungen in Deutschland gründen. Eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen erwarten wir im Cateringbereich erst für 2022. Dann werden wir eine andere Firma sein.

Hinweis: Das Interview wurde vor dem zweiten Lockdown am 2. November 2020 geführt.

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