Gemeinsam da durch

28. Mai 2020

Unsere Partner in der Corona-Krise

Corona verändert unsere Welt – im Alltag und im Beruf. Doch auch Kultureinrichtungen, Sportvereine und Ehrenamtliche im Rems-Murr-Kreis sind von der Krise betroffen, mussten schließen oder ihre Arbeit zumindest stark einschränken. Aber in der Krise liegt manchmal auch eine Chance: Statt Mutlosigkeit entstehen an vielen Stellen neue und kreative Ideen. Wir haben uns bei unseren Sponsoring-Partnern umgehört, wie sie die derzeitigen Herausforderungen meistern.

Foto: TVB 1898 Stuttgart

Die Arbeit vieler Vereine ist derzeit von Unsicherheit geprägt. Auch beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart kann noch niemand genau sagen, wie es weitergeht und wann wieder vor Publikum gespielt wird: „Letztendlich müssen wir abwarten, was die Regierung uns vorgibt“, so Philipp Klaile, Kommunikationsleiter beim TVB. „Wir wollen aus der aktuellen Lage aber das Bestmögliche machen.“ Da die Spieler, die den TVB verlassen, sich nicht gebührend von den Fans verabschieden konnten, wurde die Verabschiedung auf Facebook live übertragen. „Die Fans konnten sich dann interaktiv daran beteiligen.“ Obwohl sich die Handballer des TVB momentan in Kurzarbeit befinden, trainieren sie täglich in Eigenregie zu Hause, einige sogar in eigens dafür aufgebauten Fitnessstudios. Auch was die Jugendarbeit angeht haben sich die Trainer Gedanken gemacht: „Im Moment ist zwar Saisonpause, aber auch die Jugendlichen sollten trainieren. Um sie zu unterstützen, haben wir den Jungs Videos mit verschiedenen Übungen aufgenommen.“

Foto: Alina Kenzel/privat

Auch andere Sportler mussten ihr Training kurzfristig umstellen. Die Kugelstoßerin Alina Kenzel vom VfLWaiblingen trainiert mittlerweile wieder in der Molly-Schauffele-Halle, das geht jedoch erst seit Kurzem: „Bevor es hier zu den Einschränkungen kam, war ich noch im Trainingslager in der Türkei. So hatte ich keine Ahnung, was jetzt genau passiert. Daheim in Deutschland erfuhren wir dann, dass unsere Trainingsstätte komplett gesperrt wurde.“ Drei bis vier Wochen trainierte die U23-Europameisterin danach zu Hause. Trainingsmaterial und Gewichte konnte sie sich aus der Halle mitnehmen. „Je nach Wetter haben wir dann auch draußen trainiert, auf großen Wiesen zum Beispiel.“ Eine Chance in der Krise sieht sie trotzdem: „Durch die schwierigen Trainingsbedingungen konnte man viele Übungen gar nicht machen. So war ich gezwungen, stärker an meinen körperlichen Schwächen zu arbeiten.“ Aktuell dürfen Berufssportler und Kaderathleten unter strengen Hygienevorschriften wieder in der Halle trainieren und somit auch den Kraftraum nutzen. Zur Olympia-Absage sagt sie: „Die Gesundheit steht eben an erster Stelle! Ich bereite mich jetzt eben auf Olympia 2021 vor.“

Foto: Marion Eichmann, Abflug, 2020, Papier, Holz, Glas, Privatsammlung Potsdam © Marion Eichmann / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Roman März

Foto: Galerie Stihl
Im Moment beginnt in der Galerie Stihl übrigens der Aufbau der Ausstellung „Marion Eichmann: Follow M.E.“, die ab dem 30. Mai 2020 zu sehen sein wird. Die Schau wird per Livestream eröffnet.

Besonders hart von der Pandemie getroffen, wurden Kultureinrichtungen und Museen. So musste auch die Galerie Stihl in Waiblingen am 13. März 2020 auf unbestimmte Zeit schließen. Die laufende Ausstellung „Liebe, Traum und Tod“ von Max Klinger wurde ohne weitere Besucher beendet. Doch auch in einer so aufwühlenden Zeit seien Kunst und Kultur wichtig, so Dr. Anja Gerdemann, Leiterin der Galerie Stihl: „Das bereits geplante Konzert des Sonderegger Duos haben wir deswegen kurzerhand im Internet übertragen.“ Das sei nicht nur eine ganz neue Erfahrung gewesen, „sondern auch ein wunderbar akustisches Erlebnis mit enormer Reichweite.“ Aktuell bieten viele Waiblinger Kultureinrichtungen und auch die Galerie Stihl unter dem Motto „Kultur kommt nach Hause“ digitalen Kunstgenuss. Jeden Mittwoch wird ein „Bild der Woche“ vorgestellt – dabei handelt es sich um vor der Öffentlichkeit bisher verborgene Kunstschätze. Auf Facebook gibt es außerdem regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen. Und dort ist weiterhin viel zu tun: „Wir arbeiten an unseren digitalen Strategien und an neuen innovativen Konzeptenzur digitalen Kunstvermittlung“, so Dr. Anja Gerdemann, die damit rechnet, dass „auch nach Corona hochwertige und aktuelle Inhalte im Internet nachgefragt sein werden“.

Foto: Forscherfabrik Schorndorf
Bei der Forscherfabrik gibt es Experimente und Basteleien für zu Hause.

Wie klingt eigentlich die Sonne? Wie kann ich an Blumen die Zeit ablesen? Und wie bastele ich meine eigene Regenwolke im Glas? Das alles gibt es gerade auf den Social Media-Kanälen der Forscherfabrik in Schorndorf zu entdecken. Denn das Museum, in dem Kinder wissenschaftliche Experimente hautnah erleben können, musste im März kurzfristig die Türen schließen. „Anders als bei anderen Museen, die jetzt wieder zugänglich sind, dauert es bei uns etwas länger“, so Dr. Andrea Bergler, Leiterin der Forscherfabrik. „Im Moment planen wir mit einer Öffnung im Juni.“ Denn bei der Forscherfabrik ist ein Anfassen der Exponate ausdrücklich erwünscht, es handelt sich nämlich um sogenannte „Hands-on-Experimente“. Aktuell wird ein Konzept entwickelt, wie die Hygienestandards umgesetzt werden können. „Wir schauen uns vor allem andere Museen an und verfolgen, welche neuen Erkenntnisse und Vorgaben es gibt“, so Dr. Andrea Bergler. Gleichzeitig wird in der Forscherfabrik mit viel Energie an der digitalen Strategie gearbeitet. Die Experimente und Basteleien auf Facebook und Instagram sind nur ein Teil davon. Für ihr Projekt zum Thema „Experimentierkurse für Schulen als Online-Angebot“ hat die Forscherfabrik kurzfristig Fördermittel erhalten. Parallel geht auch die Planung und Vorbereitung weiter, denn im Herbst sollen weitere Kurse zum Thema Digitalisierung starten. Zeitgleich wird die Schließzeit für notwendige Wartungsarbeiten und Reparaturen an den Experimenten genutzt. Schließlich sei Corona irgendwann vorbei, so Dr. Andrea Bergler, „und dann geht’s wieder los. Bis dahin müssen wir einfach beobachten, was möglich ist.“

Wussten Sie’s?

Die Kreissparkasse Waiblingen macht sich stark für die Menschen und Vereine in der Region – auch in der Krise. Wo und wie genau wir uns engagieren, das können Sie in der neugestalteten Rubrik auf der Homepage der KSK WN nachlesen. Und auch der Bürgerpreis wird in diesem Jahr wieder an engagierte Ehrenamtliche verliehen, allerdings aufgrund der besonderen Umstände auf anderem Weg. Statt im Rahmen einer offiziellen Preisverleihung werden wir die Projekte der Ehrenamtlichen in einem Film vorstellen und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht 2019